20.10.26 – Jahrestagung Gesamtverband — read English version
Textil+mode: Neumann bleibt Präsidentin
Hohe Energiekosten, schwache Inlandsnachfrage und zunehmende Regulierung belasten die Unternehmen. Auf der Jahrestagung in Berlin fordert die Branche von der Bundesregierung, angekündigte Reformen jetzt konsequent umzusetzen.
Die Mitgliederversammlung des Gesamtverbandes textil+mode bestätigte Ingeborg Neumann für drei weitere Jahre als Präsidentin. Die Geduld der Unternehmen, so Neumann, sei nicht unbegrenzt.
Neumann formuliert die Erwartung an die Politik klar: „Deutschland braucht wieder eine Wirtschaftspolitik, die Investitionen erleichtert, statt sie zu erschweren, und die Industrie als Teil der Lösung begreift, nicht als Adressaten immer neuer Belastungen und Regulierungen.“
BDI-Präsident Peter Leibinger sprach auf der Tagung von einem überzeugenden Zukunftsbild für Deutschland. „Unser Land hat die industrielle Substanz und die Innovationskraft dafür. Was es jetzt braucht, sind politische Verlässlichkeit und wettbewerbsfähige Standortbedingungen.“
Die Branche sieht sich nach eigener Aussage als Teil der Lösung, etwa in Kreislaufwirtschaft, technischen Textilien, Schutzbekleidung, medizinischen Anwendungen, Mobilität, Klima- und Umweltschutz sowie Luft- und Raumfahrt. Rund 1 300 Unternehmen mit mehr als 100 000 Beschäftigten entwickeln dort Produkte für Zukunftsmärkte.
Neue Besetzung im Präsidium
Jörg Ortmeier, CEO der TWE Group, wurde zum Vizepräsidenten und Schatzmeister gewählt. Dr. Philipp von Waldenfels, CEO der BFW Group und Präsident des Verbandes der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie (VTB), kam als weiterer Vizepräsident hinzu. Philipp Ebbinghaus, CEO der Sandler AG, wurde neu in das Präsidium gewählt.
Verabschiedet wurden Dr. Christian Heinrich Sandler, der über zwei Jahrzehnte die Verbandsentwicklung mitprägte, Dr. Wilfried Holtgrave aus dem Ehrenamt und Michael Kamm aus dem Präsidium. Neumann sieht den Verband mit den Neubesetzungen gut aufgestellt.



