15/01/2016

Hochschule Niederrhein: Kooperation mit Universität in Tunesien

Die Hochschule Niederrhein intensiviert ihre internationalen Kontakte. Anfang Dezember war eine Delegation aus Mönchengladbach und Krefeld an der École Nationale d’Ingénieurs de Monastir (ENIM) in Tunesien zu Gast. Gemeinsam mit dem Industriepartner Gardeur GmbH wurde eine mögliche Kooperation besprochen. Zuvor waren Vertreter der tunesischen Bildungseinrichtung bereits an den Niederrhein gereist. 

Tunesien ist eine attraktive Produktionsstätte für die Textilindustrie. Transportwege für Rohmaterialen und Fertigprodukte sind kurz, daher können die euröpäischen Märkte sehr schnell beliefert werden, weiterhin können eigene Produktionsstätten betrieben werden. Allerdings besteht ein Mangel an qualifizierten Hochschulabsolventen, die Ausbildung ist in der Regel sehr technikorientiert. Dabei kommen Management- und Planungskompetenzen häufig zu kurz.

Mithilfe der langjährigen Erfahrung des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein wurden während des Besuchs Maßnahmen besprochen, die Verbesserungen herbeiführen können. So könnte das Curriculum der ENIM auf der Grundlage einer Situationsanalyse aktualisiert und erweitert werden. Inhaltliche Schwerpunkte sind planerisches und betriebswirtschaftliches Denken und Handeln. Hierfür sollen Studierende aus Monastir sowohl in Tunesien als auch in Deutschland Betriebserfahrungen (Praktika, Projekte, Abschlussarbeiten) machen und dadurch die gewünschten Kompetenzen erwerben können.

Weiterhin sind der Austausch von Studierenden und akademischem Personal beider Hochschulen sowie Exkursionen zu weiteren Unternehmen und Organisationen vorgesehen. Langfristig sind ein gemeinsames Masterstudienprogramm und gemeinsame Forschungsaktivitäten geplant. Regelmäßige Tagungen mit der Industrie sowie die Einbindung von Alumni sollen dazu beitragen, die gewonnenen Erkenntnisse nachhaltig zu fördern. Aus der Industrie unterstützen die Gardeur GmbH, ein renommiertes Mönchengladbacher Unternehmen mit eigenen Produktionsstätten in

Tunesien, sowie die Auslandshandelskammer in Tunis das Projekt. Weitere Industriepartner sollen hinzugezogen werden. Gefördert wird das Projekt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Auswärtigen Amtes.