18/06/2015

Zalando kauft die Bread & Butter

Die Bread & Butter (abgekürzt B&b, B&B oder BBB) ist eine internationale Fachmesse für Straßenbekleidung, die von dem deutschen Unternehmer Karl-Heinz Müller aufgebaut wurde und im Juli 2001 in Köln ihre Premiere feierte. Nach dem Kauf durch das Modeunternehmen Zalando soll die Messe ab 2016 als Modefestival für eine große Bandbreite an Interessenten geöffnet werden.

Karl-Heinz Müller, Kristyan Geyr und Wolfgang Ahlers gründeten 2001 die für Furore sorgendeweltweite Leitmesse für Alltagskleidung, sogenannte Prêt-à-porter-Mode. Zunächst fanden diese in einem leerstehenden Industriegebäude auf dem Werksgelände der Klöckner-Humboldt-Deutz AG in Köln-Deutz statt, dann zog es die Macher nach Berlin – seit Sommer 2009 fand die Ausstellung nun im Empfang und in Hangars des legendären und stillgelegten Flughafens Tempelhof statt.

Am 9. Dezember 2014 wurde die Absage der im Januar 2015 geplanten Messe bekanntgegeben. Am 17. Dezember sah sich die Geschäftsleitung dann gezwungen, Insolvenzantrag zu stellen. Statt der Hallenmesse fand im Januar 2015 eine Straßenmesse in Berlin-Mitte statt, bei der etwa 40 Marken präsent waren. Und nun gab im Juni 2015 also der Vorstand von Zalando, David Schneider, bekannt, dass das Berliner Modeunternehmen die Messe übernimmt. Im Juli 2015 findet die Messe demnach wieder im Flughafen Tempelhof statt. Ab 2016 soll sie dann als „Mode-Festival“ für ein breites Publikum geöffnet werden.

Wir sind gespannt….  

Über Zalando

Seit der Unternehmensgründung 2008 als Schuh-Shop in einer Berliner WG legte Zalando eine steile Wachstumskurve hin. 13,7 Millionen Kunden und ca. 1,75 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2013 sprechen eine eindeutige Sprache. Zalando beschäftigt 7000 Mitarbeiter und kommt mit dem Bau neuer Logistikzentren der wachsenden Nachfrage kaum hinterher. Mittlerweile ist Zalando in 14 europäischen Ländern präsent, wobei der Großteil des Umsatzes im deutschsprachigen Raum generiert wird. Der Bekanntheitsgrad in der werberelevanten Zielgruppe liegt in Deutschland bei 95%. Die hat allerdings auch einen Preis, der Marketingetat für 2013 wird auf ca. 315 Millionen Euro geschätzt.

Die intensive Unterstützung von Investoren wie den Samwer-Brüdern und der Kinnevik Gruppe sind essentiell um das Unternehmen am Leben zu erhalten. Das ist an sich nicht ungewöhnlich im e-Commerce. Auch andere Unternehmen wie beispielsweise Amazon mussten jahrelang beißen, bis schwarze Zahlen geschrieben wurden. Allerdings lassen die mittlerweile sinkenden Wachstumsraten eine solche Entwicklung bei Zalando bislang offen. Unter diesem Licht ist auch der Börsengang Anfang Oktober 2014 kritisch zu sehen. Auf dem Parkett ist Zalando rund 5,4 Milliarden Euro wert. Gleichzeitig beklagt ver.di mangelhafte Bezahlung und die Verhinderungen von Betriebsräten in der Logistik.

Hannah Werner / Iris Schlomski