09/11/2015 – „Made in Europe“

Dr. Bock Industries AG: Die Zeichen der Zeit erkannt und sich für die Zukunft gewappnet

"In der Nachhaltigkeit und einer hohen Qualität liegt die Zukunft für uns, für die Branche und von Europa", ist Dr. Dietrich Bock überzeugt. Die Firmengruppe ist gewappnet für eine erfolgreiche Zukunft „Made in Europe“. Seit kurzem als Dr. Bock Industries AG umfirmiert, agieren nunmehr 4 Tochtergesellschaften für eine nachhaltige und qualitativ hochwertige (Hosen-) Produktion.

Show all images

Seit 1984 und damit mehr als 30 Jahren steht die Unternehmensgruppe Dr. Dietrich Bock & Partner für innovative und hochwertige Produktion von Hosen in der DOB und HAKA. In den modernen, eigenen Betriebsstätten in Rumänien, der Ukraine und Italien entstehen rund zehn Millionen Waschteile im Jahr und circa zwei Millionen Hosen für klassische Hosenbrands und international renommierte Premium-Labels. Zum Einsatz kommen neueste Technologien wie Laser, Ozon, Sulfure Dye, Foil Print und Coating, wobei ein nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen und sozialen Standards sowie die Produktion nach SR EN ISO 9001 zum festen Unternehmensleitbild gehören.

Nun hat die Firmengruppe die Weichen neu gestellt und sich für eine erfolgreiche Zukunft „Made in Europe“ gewappnet. So firmiert Dr. Bock und Partner Unternehmensgruppe seit kurzem als Dr. Bock Industries AG und hat ihre insgesamt sieben Produktionsgesellschaften zu jeweils einer und damit nun in vier Ländergesellschaften verschmolzen: die RGT Ukraine Limited, die RGT Romania SRL, die italienische RGT Italia SRL und die deutsche RGT GmbH, die allesamt jeweils zu 100% Töchter der Dr. Bock Industries AG sind.

Nur wenige Wochen zuvor hatte die Firmengruppe ihre Kunden nach Padua bei Venedig in die Tochterfirma RGT Italia SRL zu einem interessanten Workshop geladen. Die insgesamt neun Vorträge beinhalteten im Wesentlichen die Thematik  Nachhaltigkeit und entsprachen damit auch dem Workshop-Titel „Sustainability and Product Development“. Rund 40 Brancheninsider aus mehr als 20 namhaften Mode-Unternehmen wollten hierzu mehr erfahren und nahmen teil. Das große Interesse beruht sicher auch darauf, dass sich Dr. Bock Industries insbesondere in den letzten 15 Jahren durch die Dienstleistungen „Konfektion / Waschen und Färben“ zu einem wichtigen Partner der (deutschen) Bekleidungsindustrie entwickeln konnte. In den insgesamt sieben Produktionsstätten in Rumänien und in der Ukraine, stehen modernste Maschinen zur Verfügung. 2013 wurde in Padua die jetzt während des Workshops vorgestellte Kreativ-Schmiede installiert. Hier lassen sich für alle Produkte individuelle Entwicklungsdurchgang absolvieren und testen, bevor die eigentliche Produktion dann anhand der gewonnenen Erkenntnisse in den Produktionsstätten in Rumänien und der Ukraine durchgeführt wird – selbstverständlich in gleichbleibender Qualität, wie Geschäftsführer Dr. Dietrich Bock im Gespräch mit textile network versichert.

Die Expertenvorträge waren strukturiert aufgebaut und beleuchteten das Thema aus den sechs Blickwinkeln Design, Stoff, Zutaten, Chemikalien, Recycling, Maschinentechnologien. Hierzu informierten Partnerfirmen sowie Lieferanten über ihre Innovationen. Zudem referierte Prof. Martina Glomb von der Hochschule Hannover, Abteilung Mode Design über neue Strategien für Sustainability in Fashion. In seinen Begrüßungsworten betonte Dr. Bock: "In der Nachhaltigkeit und einer hohen Qualität liegt die Zukunft für uns, für die Branche und von Europa. Für uns heißt das konkret ein sparsamer Einsatz von Wasser und Energie in allen Betrieben und Gebäuden, der Einsatz nur modernster und daher sparsamer Maschinentechnologie und die Zertifizierung unserer Betriebe nach Step - Sustainable Textile Production von Oeko-Tex“.

Nachhaltigkeit aus Hochschulsicht

Für Prof. Martina Glomb liegt der Schlüssel hin zu mehr Nachhaltigkeit eindeutig im Design. „“80 % der Chancen für Nachhaltigkeit beruhen auf dem Design“ ist sie überzeugt und belegte dies anhand mehrerer Beispiele, darunter das „Zero Waste System“ Stricken, das „Zero Waste Konfektion“ von Hess Natur sowie einiger 2nd Hand Garments – Projekte. Auch informierte sie über das seit Januar 2015 gestartete zweijährige Forschungsprojekt „Slowfashion“ an der Hochschule Hannover. In einer eigens dafür eingerichteten Slow Fashion Werkstatt sollen nachhaltige Designstrategien unter Berücksichtigung der Umsetzung im Massenmarkt recherchiert, untersucht und erprobt werden.Durch die Kombination von verschiedenen Strategien werden nachhaltigere Lösungen erforscht, z.B. durch die Entwicklung von abfallvermeidenden Konstruktionen für Bekleidung. Im Bereich Textilien, Materialien und Produktionsweisen sollen Ansatzpunkte für nachhaltige Verbesserungen, auch in den kleinsten Produktionsschritten, aufgezeigt werden und für Designer neue Ansatzpunkte für Innovationen bieten.

Nachhaltigkeit aus Sicht der Industrie

Utpal Patel, Arvind International, Indien, informierte darüber wie sich Arvind als „Cotton Fabric Industry“ zu einem nachhaltig produzierenden Unternehmen verwandeln möchte. „Nachhaltigkeit ist kein Wunsch von uns, sondern wir sind überzeugt davon, dass die nachhaltige und damit ressourcenschonende Produktion eine absolute Notwendigkeit für uns darstellt, um auch weiterhin erfolgreich am Markt agieren zu können“ so der Senior Manager, für Produktentwicklung. Ähnlich sahen dies auch Gigi Caccia ,CEO von Italdenim und Barbara Binder, Global Marketing bei der Amann Group, Director Global Marketing in ihren Vorträgen. Gigi Caccia verwies in diesem Zusammenhang auf die „Kitotex“ Strategie seines Unternehmens, zu dem es übrigens auch einen informativen Film auf youtube gibt, der untern folgendem Link angeschaut werden kann: https://www.youtube.com/watch?v=FwFTbRkffro.

Barbara Binder erläuterte die Nachhaltigkeitsstrategie im Unternehmen Amann und informierte über die vielfältigen Bemühungen recycelte sowie kompostierbare Garne im Markt anzubieten. „Seit 2012 engagieren wir uns mit nachhaltigen Garnen im Markt, das Interesse von Seiten der Bekleidungshersteller ist allen Bekundugen zum Trotz nach wie vor sehr überschaubar“. Alberto di Conti von Garmon S.p.A., San Marino informierte über den Einsatz von Chemie, der laut seinen Ausführungen durchaus auch nachhaltig und umweltschonend sein kann.

  Nachhaltigkeit aus Sicht der Maschinentechnologie

Wie neue Maschinen und Softwareprogramme dabei helfen die Produktion kontinuierlich zu verbessern, dokumentierte Flavio Tonello, CEO von Tonello S.r.l. in seiner Präsentation. Der bereits seit 1981 agierende Finishing Spezialist Tonello bietet nachhaltige Ausrüstungsverfahren und dokumentiert dies anhand eines CO2 Fußabdruckes für jede seiner Maschinen. „Die Umweltzerstörung führt unweigerlich zu Umweltkatastrophen“, so Flavio Tonello. Daher liege die Zukunft in einer nachhaltigen Automation und dies z.B. mit Ozon im Wasser, wodurch die Jeans bereits gewaschen zum Kunden komme, oder dem Wasserverbrauch schonenden Garment Dyeing, das mit nur 3 l Wasser pro kg auskomme (üblich sind rund 20 l / kg) oder auch dem automatisierten Multicoloured Laser.

Auch Jeanologia bietet als Finishing Spezialist innovative Maschinentechnologien für eine nachhaltige Produktion an. „Jeansproduktion im 21. Jahrhundert“ lautete der Vortrag von Begonia Garcia, von Edificio Jeanologia, Valencia, indem sie die nachhaltigen Technologien von Jeanologia e-Flow, Ozone, Laser näher erläuterte. Zudem stellte sie das neue Software-Tool „EIM“ ( Environmental Impact Measuring) vor, anhand dessen die Nachhaltigkeit eines Produktes für alle am Produktionsprozess beteiligten Unternehmen entlang der textilen Kette transparent gemacht werden kann.

Abschließend führte Giovanni Bruno, Head of Development bei RGT Italia S.r.l. durch das Unternehmen und gab anhand von echten Produktionsabläufen einen Einblick in das hohe Leistungsniveau der zur Dr. Dietrich Bock & Partner gehörende Kreativschmiede.

Der Workshop hat deutlich gezeigt, dass für Dr. Dietrich Bock und die inzwischen als Dr. Bock Industries AG firmierende Firmengruppe mit ihren 1700 Mitarbeitern in Rumänien, der Ukraine, Italien und Deutschland das Motto „Qualität, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit“ lautet. Mit der Verschlankung der Unternehmensstruktur und die neue Gesellschaftsform wurden jetzt die dazu notwendigen Strukturen mit entsprechender Kapitalmarktfähigkeit geschaffen. In unserer nächsten Print-Ausgabe lesen Sie ausführlich, was es heißt unter diesem Motto jährlich 14 Millionen Bekleidungsteile (vorwiegend Hosen) zu produzieren und/oder zu veredeln.

[Iris Schlomski]