03/11/2017 – Nachhaltigkeit

Nicht nur reden, machen!

Hier kommt eine hilfreiche Checkliste für den nachhaltigen Kleiderkauf! Thema heute und ganz passend zum Herbst: Outdoorbekleidung.

Ein guter Anfang: Auf recycelte Materialien achten

Erdölbasierte Polyesterfasern haben gegenüber recycelten Polyester-Fasern mehrere ökologische Nachteile: Sie verbrauchen bei ihrer Herstellung sehr viel Energie, Wasser und erzeugen zusätzlich umweltschädliches CO2. Eine ressourcenschonende Alternative ist es deshalb, Kleidung aus Recycling-Polyester zu kaufen. Doch wie diese erkennen? Dazu gleich mehr, denn noch besser ist es, wenn nachhaltige Outdoor-Bekleidung immer wieder zu einem neuen Kleidungsstück recycelt werden kann. Also nach dem "cradle-to-cradle" Prinzip verfahren wird. Diese Königsklasse des Recyclings praktizieren allerdings derzeit nur wenige Firmen.

PYUA oder Sympatex tun dies bereits und Sympatex hat sich zudem mit vier weiteren europäischen Partnern zur Plattform wear2wear zusammengeschlossen. Damit sich der Rohstoffkreislauf wieder schließt, können hierüber gebrauchte Textilien am Ende ihres Lebenszyklus erneut vollständig recycelt werden. Somit entsteht kein Abfall, sondern es werden wieder hochwertige Bekleidungsteile daraus gefertigt.

Ob aus Wolle oder Holz – Probier‘s mal mit Natur

Nachhaltige Outdoor-Bekleidung aus Naturfasern? Das galt lange Zeit als undenkbar. Doch in den letzten Jahren fällt dieses Dogma zusehends, und das ist auch gut so. Bei Funktionsunterwäsche zum Beispiel trumpfen Woll-Fasern mit diversen Vorteilen: Baselayer oder Socken aus Merino miefen auch nach langem schweißtreibendem Tragen nicht. Naturfasern wachsen außerdem nach wie z.B. die zunehmend beliebte botanische Tencel-Faser. Diese wird ausschließlich aus zertifiziertem Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung hergestellt und ist biologisch abbaubar.

Nachhaltig und modisch zugleich

Bio-Mode hatte vor ein paar Jahren manchmal noch einen recht faden Beigeschmack. Man dachte unwillkürlich an gräulich-braune Farben und unförmige Jutesäcke. Diese Zeiten sind vorbei. Es gibt bereits sehr viele hippe Öko-Labels, die mit bekannten stylischen Fashion-Marken durchaus mithalten können, z.B. die Brands Armed Angels oder Kuyichi.

Auch im Funktionstextilbereich gibt es nachhaltige und dennoch hippe Modelle. So hat der Membranhersteller Sympatex kürzlich eine Funktionsjacke 4.0 auf den Markt gebracht, die aus insgesamt 32 recycelten PET Flaschen gefertigt ist, 100% fluorcarbonfrei ist und dabei vom Kunden individuell gestaltet werden kann.

Wenn sie nicht mehr gebraucht wird, kann sie über das Rücksende-Etikett an das Unternehmen zurückgeschickt werden: Aus der alten Jacke wird dann wieder ein hochwertiges Textil gemacht – und die Umwelt freut sich über weniger Abfall.

Aber vor allem: auf PFC-Freiheit achten!

Fluorcarbone gelten als besonders gefährlich für Mensch und Umwelt! Sie stehen unter anderem im Verdacht, Krebs auszulösen, und bauen sich, wenn sie einmal in die Umwelt gelangt sind, dort kaum wieder ab.

Die Outdoor-Branche hat PFC-haltige Chemikalien in großem Umfang verwendet, um die Oberflächen wetterfester Produkte wasser- und schmutzabweisend zu beschichten.

Inzwischen gibt es aber immer mehr nachhaltige Brands, die ganz bewusst auf PFC in der Imprägnierung verzichten und auf PFC-freie Membrane setzen. Diverse umweltbewusstere Outdoor-Marken wie Vaude arbeiten bereits daran, die gesamte PFC-Gruppe aus ihrer Kollektion zu verbannen.

Nachhaltigkeitssiegel im Auge behalten

Neben Fluorcarbonen gibt es noch hunderte von weiteren chemischen Substanzen, die beim Herstellen und Färben eingesetzt werden. Welche davon sind giftig? Und wie verantwortungsvoll gehen die Herstellungsbetriebe nicht nur mit diesen Chemikalien, sondern auch mit den Ressourcen Energie und Wasser um?

Beantworten kann man diese Fragen häufig an Produkt-Anhängern mit Aussagen wie „Ich war eine Flasche“, vor allem aber durch einen Blick ins eingenähte Etikett, wo der Recycling-Anteil ausgewiesen ist. Ein Beispiel ist bleed organic clothing, die deutsche Outdoor- und Lifestyle-Marke verarbeitet in vielen wetterfesten Modellen recycelte Sympatex-Materialien.

Öko-Kleidung ist nicht automatisch teurer

Zwar stellen viele Firmen Öko-Mode her, die durchaus ihren Preis hat. Dennoch gibt es nachhaltige Outdoor-Bekleidung, bei der gar keine Preisunterschiede mehr existieren. Sie ist aber nicht immer einfach zu finden, weil sie häufig hinter den großen Kollektionen und Marken versteckt sind. Auf dem Online Marktplatz avocadostore gibt es z.B. eine große Auswahl an bezahlbarer und schicker Eco Outdoor Fashion für jeden Geldbeutel.

Produkt-Leben verlängern durch entsprechenden Umgang

Je länger die Lebensdauer eines Kleidungsstückes, desto geringer sein ökologischer Fußabdruck. Dies gilt für nachhaltige Outdoor-Bekleidung noch mehr als für normale Mode. Synthetische Fasern sind enorm robust und geradezu prädestiniert für eine lange Nutzungsdauer.

Es ist viel zu schade, zum Beispiel eine aufwändig produzierte Membran-Jacke einfach wegzuschmeißen, solange sie noch „dicht“ hält. Beschädigte Teile lassen sich durchaus reparieren. Denkbar ist es aber auch sich gebrauchter Outdoor-Kleidung zuzuwenden.

Eine echte Alternative - Second Hand!

Sollte das Bekleidungsteil nicht mehr benötigt werden, muss es ja nicht gleich in der Altkleidersammlung landen. Inzwischen gibt es online wie offline genügend Möglichkeiten, Kleidung über Second Hand wieder an einen neuen glücklichen Besitzer zu verkaufen. Positiver Nebeneffekt: Die eigen Haushaltskasse lässt sich so ein wenig aufbessern.

Neben Pionieren wie Kleiderkreisel, Maedchenflohmarkt oder etsy gibt es inzwischen auch Online-Plattformen, die auf Outdoormode spezialisiert sind. So hat der nachhaltige Outdoorausrüster Vaude z.B. mit ebay eine spezielle Kooperation geschlossen, um gebrauchte Vaude Kleidung günstig erwerben zu können (Vaude: So gut wie neu - ebay).

Nur das kaufen, was getragen wird!

Laut einer Studie von Greenpeace hängen in deutschen Kleiderschränken rund 1 Milliarde Kleidungsstücke, die noch nie das Tageslicht gesehen haben – so genannte „Schrankleichen“.

Doch nichts ist schädlicher für die Umwelt als maßloser Massenkonsum zum Wegwerfen. Daher gut überlegen vor dem Kauf und "Panikkäufe" vermeiden. Die nachhaltige Devise lautet: Slow Fashion!