17/07/2017 – IVC

Chemiefasern weiterhin stark nachgefragt

Am 30. Juni 2017 fand die jährliche Mitgliederversammlung der Industrievereinigung Chemiefaser e. V. (IVC) statt.

Turnusgemäß erfolgte die Neuwahl des Vorsitzenden und des stellvertretenden Vorsitzenden der IVC. Sowohl der bisherige Vorsitzende, Herr Stefan Braun von der Dralon GmbH (Dormagen), als auch sein bisheriger Stellvertreter, Herr Klaus Holz von der Trevira GmbH (Bobingen), wurden in ihrem Amt für die nächsten drei Jahre bestätigt. Die Position des Schatzmeisters der IVC, die Herr Dr. Till Boldt von der Enka International GmbH & Co. KG (Wuppertal) innehat, stand in diesem Jahr nicht zur Neuwahl an.

Spezielle Marktdaten

Die Nachfrage an Fasern befindet sich weltweit im stetigen Wachstum, mit dem nach wie vor nur Chemiefasern Schritt halten können. Global konnte der gestiegenen Nachfrage mit einer Erhöhung der Chemiefaserproduktion um + 6,6 % entsprochen werden, zu der die synthetischen (Polyacrylnitril, Polyamid, Polyester etc.) und cellulosischen Chemiefasern (Viskose, Modal, Lyocell etc.) gleichermaßen beitrugen. Die Baumwollproduktion zeigte nur einen vernachlässigbaren Zuwachs, die Wollproduktion stagnierte im Vergleich zum Vorjahr.

Auch in Deutschland stieg die Nachfrage an Fasern um + 1,3 %, wobei die Anwendungen im technischen Bereich mit + 3,5 % Zuwachs deutlich zulegten. Das Segment der Heimtextilien stabilisierte sich mit + 1,4 %, wohingegen die Verarbeitung von Fasern für Bekleidung mit – 4,1 % rückläufig war. Prozentual ging letztgenannter Rückgang vor allem zu Lasten der Baumwollverarbeitung, wohingegen sich Wolle als Rohstoff für Bekleidung einer deutlich gestiegenen Beliebtheit erfreute. Chemiefasern haben ihren Platz in spezialisierten Bekleidungsbereichen gefunden und wurden von diesem Trend kaum tangiert.

Bei technischen Anwendungen konnten Chemiefasern ihre Position entgegen einer „gefühlten“ öffentlichen Einschätzung wieder ausbauen, obwohl vielfach nach Alternativen zu Chemiefasern in diesem Anwendungsgebiet gesucht wird.

Bei Heimtextilien zeigte sich nicht nur eine Verschiebung von Baumwolle zu Wolle, sondern auch zu Chemiefasern. Somit konnten die Chemiefasererzeuger in Deutschland Ihren Anteil an der gestiegenen Nachfrage an Chemiefasern im Jahr 2016 ausbauen. Während die Produktionsmengen von cellulosischen Chemiefasern nur ein wenig das Vorjahresniveau überstiegen, konnten die synthetischen Fasern ihre Stellung deutlicher festigen, so dass in der Summe über alle Chemiefaserarten eine Steigerung von + 2,1 % verzeichnet wurde. Der Personalbedarf der Chemiefaserbranche ist seit vielen Jahren erstmals nicht rückläufig.