15/07/2020 – Konkreter Orientierungsrahmen für verantwortungsvolle Baumwollproduktion

U.S. Cotton Trust Protocol: Neue Initiative

In den letzten 35 Jahren ist der Baumwollanbau in den USA immer nachhaltiger geworden. Die neue Initiative macht die Nachhaltigkeit nun auch messbar.

Baumwolle-US-Cotton.jpg

Ziele der USA bis 2025 im nachhaltigen Baumwollanbau. © USCTP

 

Der neue Dokumentationsprozess unterstützt die Nachverfolgbarkeit und Auswertung von Daten im Herstellprozess von U.S.-amerikanischer Baumwolle. Ab sofort können Textilhersteller und Handel dem U.S. Cotton Trust Protocol beitreten, einem neuen System für verantwortungsvoll angebaute Baumwolle, das in Übereinstimmung mit den UN-Nachhaltigkeitszielen Jahresvergleichsdaten in sechs Nachhaltigkeitskategorien liefert. Die neuartige Erhebung der Jahresvergleichsdaten ermöglicht Textilproduzenten und Handel, ihren Fortschritt in der Umsetzung der eigenen Nachhaltigkeitsverpflichtungen besser messbar zu machen.

Ken Burton, Executive Director des U.S. Cotton Trust Protocol:

„Zu den Zielen des U.S. Cotton Trust Protocol zählt es, das Vertrauen in verantwortungsvoll angebaute U.S.-Baumwolle in den Beschaffungsstrategien der Händler und Textilproduzenten zu verankern. Die teilnehmenden Unternehmen werden in der Lage sein, messbare Fortschritte bei der Reduzierung ihres ökologischen Fußabdrucks und bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele nachzuweisen.“

Baumwoll-Dokumentation

Die neue Baumwoll-Dokumentation fördert und verifiziert die Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit durch sorgfältige Datenerfassung über die komplette Lieferkette – von den Anbaudaten bis in den Handel – und organisiert deren Validierung durch unabhängige Sachverständige.

U.S. Cotton Trust Protocol setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit den Organisationen „Field to Market, The Alliance for Sustainable Agriculture“ und „Control Union Certifications North America“. Die Textilindustrie und der Handel erhalten auf diese Weise nachverfolgbare Herkunftsdaten für die Baumwollprodukte ihrer Lieferketten. Mitglieder der Initiative haben Zugriff auf die aggregierten Jahresvergleichsdaten zu Wassereinsatz, Treibhausgas-Emissionen, Energieverbrauch, Kohlenstoffgehalt der Böden und Landnutzungseffizienz.

Liza Schillo, Senior Manager Global Sustainability Integration bei Levi Strauss & Co:

„Bei Levi Strauss & Co. ist die Qualität und Nachhaltigkeit der von uns eingekauften Baumwolle entscheidend für unser Geschäft und ein wichtiges Kaufkriterium für unsere Kunden. Wir haben uns dazu verpflichtet, nachhaltige Baumwolle einzukaufen und den Wasserverbrauch, CO2-Emissionen sowie den Einsatz von Chemikalien zu reduzieren. Daher unterstützen wir ausdrücklich die Einführung von Standards, einschließlich des U.S. Cotton Trust Protocol, die sich für die nachhaltige Baumwollproduktion einsetzen und langfristig eine größere Verbreitung nachhaltiger Anbaumethoden fördern.“

Liza Schillo kennt die Relevanz der Nachverfolgbarkeit verantwortungsvoll angebauter Baumwolle und ist Vorstandsmitglied des U.S. Cotton Trust Protocol. Die Initiative wurde speziell für das besondere Umfeld der Baumwoll-Massenproduktion in den Vereinigten Staaten konzipiert. Dabei soll es andere Nachhaltigkeits-Initiativen nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Im vergangenen Monat wurde U.S. Cotton Trust Protocol durch die gemeinnützige Organisation „Textile Exchange“ in die Liste der 36 bevorzugten Fasern und Materialien aufgenommen, an der mehr als 170 teilnehmende Textilproduzenten und Händler im Rahmen des Material Change Index-Programms ihre Einkaufsstrategien ausrichten.

35 Jahre kontinuierliche Optimierung

In den letzten 35 Jahren ist der Anbau von Baumwolle in den USA immer nachhaltiger geworden. Um diesen Fortschritt weiter voranzutreiben, hat das Trust Protocol bis 2025 ehrgeizige, landesweite Ziele gesteckt. Dazu gehört, dass bis dahin mehr als die Hälfte der gesamten Baumwollproduktion der USA in das Programm aufgenommen werden sollen.

Dr. Kris Johnson, Deputy Director of Agriculture, The Nature Conservancy, Region Nordamerika, und Vorstandsmitglied des U.S. Cotton Trust Protocol:

„Für den Übergang zu nachhaltiger Landwirtschaft braucht es vielfältige öffentliche und private Partnerschaften. Es ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit bei der gemeinnützigen Naturschutzorganisation ‚The Nature Conservancy‘, Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit den Hauptakteuren der Landwirtschaft zu finden. Auf der Grundlage wissenschaftlich fundierter Zielsetzungen liefert das Trust Protocol Belege für die laufende Optimierung der Baumwollproduktion in den USA und fördert diese.“

Über das U.S. Cotton Trust Protocol

In einer Zeit, in der Lieferketten immer genauer unter die Lupe genommen werden und die Nachfrage nach Transparenz und Rückverfolgbarkeit steigt, setzt die zukunftsweisende Dokumentation durch das U.S. Cotton Trust Protocol einen neuen Rahmen für nachhaltig angebaute Baumwolle. Sie schafft datenbasierte, belastbare Ziele und Messgrößen für eine verantwortungsvolle Baumwollproduktion und treibt die Optimierung wichtiger Nachhaltigkeitskriterien kontinuierlich voran.

Mit stringenten Prozessen zur Datenerhebung und der Überprüfung durch unabhängige Dritte, unterstreicht und verifiziert es die Fortschritte der US-Baumwolle im Bereich Nachhaltigkeit. Trust Protocol-Baumwolle gibt Textilproduzenten und Einzelhändlern die entscheidende Gewissheit, dass dieser Teil ihrer Lieferkette nachhaltig und mit geringeren ökologischen und sozialen Risiken angebaut wird. Hersteller und Handel haben Zugriff auf US-Baumwolle deren Nachhaltigkeit durch den Fieldprint Calculator von Field to Market gemessen und mit Control Union Certifications verifiziert wird.

Das U.S. Cotton Trust Protocol wird von einem Multi-Stakeholder-Vorstand beaufsichtigt, der sich aus Vertretern von Textilproduzenten und Handel, der Zivilgesellschaft und unabhängigen Nachhaltigkeitsexperten sowie der Baumwollindustrie, einschließlich Erzeugern, Entkörnern, Händlern, Großhändlern und Genossenschaften, Mühlen und Baumwollsaatgutverarbeitern, zusammensetzt.