31.03.26 – Materialinnovationen und industrielle Skalierbarkeit — read English version
Techtextil/Texprocess: Schutztextilien im Fokus
Über 150 Aussteller präsentieren auf den beiden Messen textile Innovationen für Defence-Anwendungen. Entscheider finden Materialien, die Schutz, Komfort und reproduzierbare Verarbeitung verbinden - von der Faserentwicklung bis zum fertigem System.
Defence-Bedarf trifft textile Wertschöpfung
Die europäischen Verteidigungsausgaben erreichten 2025 rund 381 Milliarden Euro. Welche Rolle textile Technologien dabei spielen, zeigt das Work Programme 2026 des European Defence Funds (EDF), das "Smart and multifunctional textiles" erstmals als eigenes Themenfeld führt. Die Techtextil und Texprocess verwandeln diese Anforderungen in industrielle Lösungen - von der Faser bis zur fertigen Komponente.
Gemeinsam bringen beide Veranstaltungen mehr als 1.700 Aussteller nach Frankfurt am Main. Ein signifikanter Teil davon konzentriert sich auf Schutztextilien, deren Leistungsfähigkeit tief in der Wertschöpfungskette entsteht.
Materialanforderungen verschieben sich
Für Entwickler steht der Dreiklang aus ballistischem Schutz, Flammschutz und hoher mechanischer Belastbarkeit im Vordergrund - kombiniert mit ergonomischem Tragekomfort. Dass sich die Erwartungen in vielen Segmenten annähern, beschreibt Lotje Oosterlinck, Product Manager Workwear Concordia Textiles, so:
„Die Anforderungen an Schutzgewebe gleichen sich in vielen Anwendungsfeldern zunehmend an: geringes Gewicht, hohe Robustheit, Klimakomfort und reproduzierbare Verarbeitung.“
Konkrete Materialbeispiele liefern bekannte Unternehmen: Die Lenzing Group zeigt inhärent flammhemmende Cellulosefasern, während HS Hyosung Advanced Materials Hochleistungsgarne aus synthetischen Polymeren präsentiert. Ergänzend vernetzt das neue Segment "Textile Chemicals & Dyes" chemische Vorstufen direkt mit der Anwendung.
Skalierbarkeit entscheidet über Marktreife
Für Beschaffungsverantwortliche und technische Leiter zählt vor allem, ob sich Lösungen normgerecht, reproduzierbar und in belastbaren Stückzahlen verarbeiten lassen. Entsprechend wichtig sind mechanische Bausteine wie Schmaltextilien, Bänder und Gewirke von Spezialisten wie Güth & Wolf, JUMBO-Textil und Otto Stockmayer & Sohn.
Wie maßgeblich industrielle Überführung ist, fasst Dr. Heike Illing-Günther, Geschäftsführung Sächsisches Textilforschungsinstitut, zusammen:
„Im Bereich der Schutztextilien entscheidet nicht allein eine neue Faser oder ein neues Finish über die Marktrelevanz. Gerade für anspruchsvolle Anwendungen werden Testbarkeit, Reproduzierbarkeit und die sichere Überführung in industrielle Prozesse zum eigentlichen Innovationsmaßstab.“
Wissenstransfer im Techtextil Forum
Das Techtextil Forum bildet den Rahmen für Praxis- und Forschungseinblicke. Beiträge zu "Textile Intelligence" und "Resilient Textiles" richten sich an Entscheider, die smarte Funktionen, materialseitige Resilienz und schnelle Skalierbarkeit benötigen. Ergänzend liefern Expertinnen und Experten der NASA technische Einblicke aus aktuellen Projekten.
Die Techtextil und Texprocess finden vom 21. bis 24. April 2026 in Frankfurt am Main statt.



