20/12/2016 – Sourcing-Destination Afrika

Mada & Mu - Licht und Schatten

Afrika - Beschaffungsmarkt der Zukunft für Bekleidung und Textilien und damit das neue China? Ein Situationsbericht über Madagaskar und Mauritius.

Madagaskar

Madagaskar, von einheimischen meist nur kurz „Mada“ genannt und Mauritius (=“Mu“) – zwei Schwesterinseln, wie sie unterschiedlich kaum sein könnten. Beide Eilande liegen im Indischen Ozean vor der Südost-Afrikanischen Küste; nur rund 800 Seemeilen trennen sie. Hier das ca. 2040 qkm (inkl. Nachbarinselchen Rodrigues) kleine, wirtschaftlich prosperierende Mauritius – dort das sich über 588.000 qkm erstreckende Madagaskar (annähernd die doppelte Flache der Bunderepublik) mit allein 5.000 km traumhaften Ständen in den allerdings weitgehend unerschlossenen Küstenregionen. Naturparadiese sind sie beide, unabhängige Republiken derweil auch und beide wurden sie von den Einkäufern, Beschaffern und einer Reihe smarter Bekleidungshersteller als Fertigungsstandort entdeckt.

Origin Africa 2016: Die ganze Vielfalt der Möglichkeiten

Nachdem die Messe- und Konferenzveranstaltung in 2015 die äthiopische Hauptstadt aus Austragungsort auserkoren hatte, griff die Standortwahl für die Veranstaltung im November 2016 just die Rückkehr von Madagaskar zu einem exportfähigem Level auf breiterer Eben für Bekleidung und Textilien auf. Vom 2. – 5. November hatte ACTIF (African Cotton and Textiles Industry Federation) in Zusammenarbeit mit der Madagascar Export Processing Zone Association GEFP in die madagassische Hauptstadt Antananarivo (kurz „Tana“) geladen.

180 Aussteller, vielfach Bekleidungsbetriebe und –hersteller, junge Kreateure, Textiler, Zutatenanbieter, aber auch Services-Unternehmen verschiedener Couleur sowie lokale Repräsentanten der Maschinenhersteller nutzten die solide Plattform . Aus dem Kreise der Hochtechnologie-Entwickler bei CAD/CAD/IT zeigten Morgan aus Italien mit Infostand sowie die weltweit agierende Gerber Technology-Gruppe Flagge.

Fokus der pan-afrikanischen Veranstaltung: weltweite Beachtung auf die Sub-Sahara-Region als Beschaffungs- und Investitionsstandort, um so den Handel zwischen afrikanischen Herstellern und internationalen Märkten auszubauen. Ausgerichtet ist diese Intention per se insbesondere auf die Private Label-Produktion, das sogenannte CMT (Cut-Make-Trim ) für Nähgüter, allem voran Bekleidung, aber auch Schuhe und Heimtextilien.

Darüber hinaus bot auch die 2016er Origin Africa eine ganze Serie von Seminaren, Vorträgen interaktiven Podiumsdiskussionen hinsichtlich Verkaufs- und Unternehmerstrategien, Exportregularien, logistischem wie auch technologischen Know-how, ferner Business Meetings sowohl den Besuchern der beiden Schwesterinseln wue auch aus Äthiopien und in kleiner Zahl aus Ägypten, Burundi, Ghana, Nigeria, Kenia, Kamerun, Ruanda, Uganda, Sambia, Simbabwe, Südafrika exzellente Information- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die dann u.a. auch von ambitionierten Start-up afrikanischer Provenienz und der vielversprechend aufkeimenden Designer-Szene des afrikanischen Kontinents rege genutzt wurden.

In stattlicher Zahl erschienen Insider der internationalen Bekleidungsbranche aus Europe und USA im Forello Expo Center, der aktuell einzig denkbarem Location für eine Messeveranstaltung dieser Größenordnung in der madagassischen Kapitale. So bot sich vor Ort auch die Chance zum Vergleich der unmittelbaren Möglichkeiten der lokalen Märkte. Zusätzliche Einblicke in das kreative Potential bot zur Abrundung der 6. Origin Africa ein Gala Abend mit Laufsteg-Präsentation und musikalisches Kulturprogramm mit viel Lokalkolorit, aber auch Elementen aus Klassik und Jazz.

Für die 7. Origin Africa im kommenden Jahr peilt Veranstalter ACTIF Mauritius an. Der exakte Termin steht noch nicht fest, wird aber voraussichtlich im September 2017 sein.