16/01/2026 – Nachhaltigkeit
Epson: Mode im Miniaturformat
Die Modedesignerin Priya Ahluwalia verwandelt Stoffreste in eine kreative Miniaturkollektion – diese lässt das Technologieunternehmen Epson im Rahmen des Projekts „Fashion Play“ entstehen.
In Zusammenarbeit mit der Designerin Priya Ahluwalia hat das Technologieunternehmen Epson aus Textilresten eine ungewöhnliche Modekollektion entwickelt: Kleidungsstücke in Puppengröße, gefertigt aus recycelten Fasern. Das Projekt „Fashion Play“ nutzt Technologien, mit denen alte Textilien nahezu ohne Wasser und Chemikalien in neue Fasern überführt werden können – ein Ansatz, der zeigt, wie Kreislaufdenken auch in der Modeindustrie praktisch umgesetzt werden kann.
Ausgangspunkt für die Idee war eine Studie, die das Ausmaß von Textilabfällen bei Kinderkleidung verdeutlicht.* Allein in Deutschland werden jedes Jahr fast 200 Millionen Kleidungsstücke für Kinder entsorgt. Stapelte man sie übereinander, ergäbe sich ein Berg, der ein Vielfaches der Höhe des Mount Everests erreicht. Diese abstrakten Zahlen übersetzt die Miniaturkollektion in ein visuelles und haptisches Format, das das Problem greifbarer macht.
Gestalterisch orientieren sich die Entwürfe an Motiven aus Ahluwalias aktueller AW25-Kollektion. Im verkleinerten Maßstab behalten sie ihre Ausdruckskraft, wirken aber zugleich spielerisch – und genau darin liegt ihre Wirkung. Die Kollektion erinnert an das Verkleiden und Spielen in der Kindheit, konfrontiert aber gleichzeitig mit der Frage, wie kurz der Lebenszyklus von Kinderkleidung ist.
Neben der Faseraufbereitung kam ein digitaler Textildruck zum Einsatz, der den Wasserverbrauch in der Produktion deutlich reduziert. Für Ahluwalia ist das Projekt mehr als ein Designexperiment. Auf Reisen nach Indien und Nigeria hat sie selbst erlebt, wie sich Textilabfälle aus westlicher Überproduktion in Landschaften und Städten anhäufen. Die Miniaturkollektion versteht sie als Impuls, über Verantwortung entlang der gesamten Modekette nachzudenken – von der Herstellung bis zur Entsorgung.
Auch das Konsumverhalten spielt dabei eine Rolle. Die Studienergebnisse zeigen, dass viele Eltern bei ihrer eigenen Kleidung zunehmend auf Nachhaltigkeit achten, diese Haltung bei Kinderkleidung jedoch oft nicht im gleichen Maß anwenden. Gleichzeitig landen pro Kind jedes Jahr zahlreiche Kleidungsstücke im Müll. Die Miniaturkollektion macht diese Diskrepanz sichtbar, ohne zu moralisieren. Sie lädt dazu ein, gewohnte Muster zu hinterfragen und darüber nachzudenken, welche Rolle Design, Technologie und bewusste Entscheidungen für die Zukunft der Mode spielen können.
*Die Studie wurde von 3GEM unter einer Stichprobe von 7.000 europäischen Eltern (1.000 davon in Deutschland) durchgeführt, die Kinder im Alter bis 16 Jahren haben. Die Daten wurden zwischen dem 16. und 22. Oktober 2025 erhoben.
