21/07/2016 – Ausstellungstipp

„Textildesign heute – Vom Experiment zur Serie“

Noch bis zum 19. September 2016 zeigt das Bauhaus-Archiv, Berlin, in einer Sonderausstellung die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Textilien.

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Die Ausstellung zeigt aktuelle Entwicklungen in Mode, Architektur und Innenraumgestaltung sowie der Fahrzeugausstattung. Grundlegende Eigenschaften von Textilien wie Farbe, Material und Struktur werden dabei ebenso betrachtet wie Innovationspotenziale durch kulturelle Umdeutungen und Rückbesinnung auf Traditionen.

Große Bandbreite an textilen Objekten

Die Bandbreite der präsentierten Objekte reicht von innovativen und nachhaltig produzierten Textilien aus natu?rlichen Rohstoffen und recycelten Kunststoffen über 3D-gedruckte Bekleidung und funktionsorientierte Smart Textiles. Gemeinsam mit Arbeiten etablierter Gestalter wie etwa Hella Jongerius, Moritz Waldemeyer und Janne Kyttanen sowie Textilien renommierter Designfirmen wie Freitag, Kvadrat und Création Baumann werden experimentelle Studien- und Abschlussarbeiten des Fachgebiets Textildesign der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle präsentiert.

Verbindung von Kunst und Handwerk

„Zwischen der Burg Giebichenstein und dem Bauhaus bestand eine enge inhaltliche Nähe und ein reger Austausch. Beide Reformkunstschulen trieben in ihrer Ausbildung die Verbindung von Kunst und Handwerk kontinuierlich voran. Noch heute knüpft die Burg an diese Tradition an“, erklärt Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus Archiv / Museum für Gestaltung.

100 Jahre Burg Giebichenstein

Anlässlich des 100. Gründungsjubiläums der Burg Giebichenstein 2015 entstand die Ausstellung als Kooperation zwischen Bauhaus-Archiv / Museum fu?r Gestaltung und dem Studiengang Textil des Fachbereichs Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Die Ausstellung nähert sich dem breiten Spektrum von aktuellem Textildesign u?ber sieben Themenschwerpunkte: Tradition, Kulturtransfer, Farbe, Material, Technologie, Smart Textiles und Nachhaltigkeit.

Reflexion traditioneller Arbeitsweisen

Die Reflexion traditioneller Arbeitsweisen, die über Generationen hinweg entwickelt und weitergegeben werden, diente in zahlreichen Arbeiten als Inspiration für neue Gestaltungsansätze, die heute, zum Teil maschinell unterstützt, weiterentwickelt werden. Handwerkstechniken wie zum Beispiel das Klöppeln oder Sticken werden in neue Kontexte gesetzt und beinahe vergessene Fertigkeiten aus anderen Kulturen, wie z.B. die spezielle Ikat-Webtechnik in Aleppo, wiederbelebt.

Experimentieren mit neuen Technologien

Weiterhin bildet das Experimentieren mit neuen Technologien und ungewöhnlichen Materialien eine Voraussetzung für die Entstehung von innovativem Design. Aus Milch hergestellte Garne oder Textilien aus Bienenwachs sind neben in 3D-Druck hergestellten Textilien nur einige Beispiele der zahlreichen neuen Wege, die vorgestellt werden.

Smart Textiles

Aus dem Bereich der Smart Textiles sind Stoffe zu sehen, die Geräusche dämpfen, sowie interaktives Gewebe, das auf Bewegung reagiert. Auf die Farbe als Ausdruck kultureller sowie persönlicher Identität wird in der Ausstellung eingegangen, ebenso wie auf ihre wahrnehmungspsychologischen, technischen und ästhetischen Eigenschaften. Zahlreiche Exponate betonen den Aspekt der Nachhaltigkeit im gegenwärtigen Textildesign, die beispielweise durch eine gezielte Materialauswahl oder Produktionsweise erreicht wird.

Zu der Ausstellung ist ein reich illustrierter Katalog erschienen. „Textildesign. Vom Experiment zur Serie“, 2015, hg. von Bettina Göttke-Krogmann, 248 Seiten, zahlr. Abbildungen, deutsch-englischsprachig, Preis: 32 Euro

Bauhaus-Archiv

Museum für Gestaltung

Klingelhöferstrasse 14

10785 Berlin 

 

Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Die Kunsthochschule wurde 1915 in Halle gegündet. Heute sind dort mehr als eintausend internationale Studierende in den Kunst- und Designstudiengängen immatrikuliert. Die Grundlagenausbildung kombiniert Theorie und Praxis, vor Ort befinden sich Laboratorien und Werkstätten.

Das Bauhaus Archiv / Museum für Gestaltung

Das Bauhaus Archiv / Museum für Gestaltung in Berlin erforscht und präsentiert Geschichte und Wirkungen des Bauhauses (1919-1933), der bedeutendsten Schule für Architektur, Design und Kunst im 20. Jahrhundert. In einem von Walter Gropius, dem Gründer des Bauhauses, entworfenen Gebäude steht die weltweit umfangreichste Sammlung zur Geschichte der Schule und zu allen Aspekten ihrer Arbeit jedem Interessierten offen. In zunehmendem Umfang widmet sich das Bauhaus?Archiv neben seinen historischen Themen aus dem Umkreis des Bauhauses auch Fragestellungen zu zeitgenössischer Architektur und aktuellen Entwicklungen im Design.