02/03/2016

Neues Verfahren zur Nutzung des Klimagases als Rohstoff für Carbon

Carbonfasern sind als Verstärkungsmaterial in Kompositwerkstoffen für den Leichtbau von hohem Interesse und werden bisher hauptsächlich und in einem kostenintensiven Verfahren auf Basis von Erdöl erzeugt. Wissenschaftler an der George Washington University in den USA arbeiten an einer Alternative dazu. Mit Hilfe einer Elektrolysereaktion können Carbonfasern aus dem Klimagas Kohlendioxid als Rohstoffquelle gewonnen werden.

In einem Behältnis mit geschmolzenem Lithiumkarbonat unter Beimischung einiger zusätzlicher Metalle tauchten die Wissenschaftler eine Stahl- und eine Nickel-Elektrode in einen Elektrolyten. Nach Zugabe von Lithiumoxid ließen sie Kohlendioxid einströmen, an der Schmelze wurde eine elektrische Spannung angelegt. Dabei konnten mehrere Reaktionen festgestellt werden: Das Lithiumdioxid reagiert mit dem einströmendem Kohlendioxid zu Lithiumkarbonat, was sich in der weiteren Elektrolyse in Lithiumoxid, Sauerstoff und Kohlenstoff zersetzt. Als Ergebnis setzten sich an der Stahlelektrode dünne Kohlenstofffasern mit einer Länge von bis zu 200 Mikrometern ab. Durch Variation der Parameter wie die Zusammensetzung des Elektrolyten, die Stromstärke sowie die Heiztemperatur konnten Stuart Licht und sein Team eine Ausbeute von bis zu 95 Prozent erzielen.    

Quelle: www.haute-innovation.com/de/magazin/leichtbau/carbonnanofasern-aus-kohlendioxid.html