14/12/2016 – Thailand

Wirtschaftliche Erholung führt zu steigenden Baumwollimporten

Die Baumwollimporte Thailands werden für die Saison 2016/17 auf rund 1,4 Millionen Ballen geschätzt; ein Zuwachs von 6 Prozent gegenüber der Saison 2015/16. In der Annahme einer nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung im Zeitraum 2016-2017 wird erwartet, dass sich die thailändischen Spinnereien vom wirtschaftlichen Niedergang der vergangenen Jahre erholen.

Der Importanteil der US-Baumwolle soll den Prognosen zufolge um 6 Prozent auf 450.000 Ballen 2016/17 zunehmen. Spinnerei-Großbetriebe, die rund 60 Prozent der gesamten Baumwollgarnerzeugung ausmachen, halten nach wie vor ihren Wettbewerbsvorteil im inländischen und ausländischen Markt aufrecht, da sie in neue Maschinen investiert und die Effizienz ihrer Produktion gesteigert haben. Doch die Konkurrenz zu billigen Garnen aus Vietnam und Indien wird für die thailändischen Garnproduzenten, insbesondere Kleinbetriebe, wahrscheinlich eine Herausforderung bleiben. Die Baumwollimporte waren während der Saison 2015/16 mit rund 1,3 Millionen Ballen geringer als erwartet und lagen 13 Prozent unter der Saison 2014/15. Dies wurde durch einen Produktionsrückgang bei Baumwollgarnen und Baumwollmischgarnen begründet, der sich auf rund 5 Prozent addierte, als die Spinnereien gezwungen waren, große Garnbestände auf Lager zu nehmen.

Die Baumwollgarnimporte stiegen 2014/15 um 44 Prozent, wobei sich die Baumwollgarnimporte aus Vietnam und Indien verdoppelten. Zusätzlich gingen die Baumwollgarnexporte um 28 Prozent gegenüber der Vorsaison zurück. Insbesondere China und Japan, die rund 70 Prozent der gesamten Baumwollgarnexporte Thailands abnahmen, bezogen infolge rückläufiger Wirtschaft und Konkurrenz durch Vietnam weniger thailändische Baumwollgarne.

2015/16 gingen die Importe von US-Baumwolle um 15 Prozent im Vergleich zur Vorsaison auf 424.113 Ballen zurück. Dennoch hielt die US-Baumwolle ihren Marktanteil von fast einem Drittel am gesamten Baumwollimport Thailands. Inzwischen importierten die mittelgroßen Spinnereien, die sich zur Aufrechterhaltung ihrer Produktion auf preiswerte Baumwolle beschränkten, mehr brasilianische Baumwolle. Die Baumwolleinfuhren aus Brasilien stiegen deutlich um 12 Prozent auf 233.993 Ballen. Der Marktanteil der brasilianischen Baumwolle an den gesamten Baumwollimporten erhöhte sich auf Kosten der australischen und afrikanischen Baumwolle auf 18 Prozent. In der Vorsaison hatte der Anteil nur 8 Prozent betragen.

Quelle: USDA FAS* GAIN-Report, 25.11. 2016

Der Foreign Agricultural Service (FAS)* des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA) hat 99 Dienststellen in 80 Ländern der Erde. FAS-Angestellte sowie Auslandsbeauftragte überwachen und berichten agrarwirtschaftliche Themen auch aus 66 weiteren Ländern. FAS-Dienststellen stellen Informationen zu der internationalen Produktion, dem Verbrauch sowie dem Handel mit den meisten Rohstoffen, die für US-Landwirte von Interesse sind, zur Verfügung. Es wird darauf hingewiesen, dass Zahlen zu Produktion, Bevorratung und Absatz, die in GAIN enthalten sind, keine offiziellen USDA-Daten sind, jedoch Schätzungen von FAS-Attachés darstellen.

Auszug aus Bremen Cotton Report Nr. 47/48 vom 8. Dezember mit freundlicher Genehmigung der Bremer Baumwollbörse – www.baumwollboerse.de

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