20/07/2026 – Brandschutzbekleidung

Zünd Technologie für Sicherheit im Einsatz

Das digitale Flachbettschneidsystem von Zünd spielt in der Produktion von Brandschutzbekleidung eine tragende Rolle, denn hier muss jedes Detail stimmen.

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Der minimale Verschnitt und die damit einhergehende hohe Materialeffizienz sind eines der zentralen Argumente für den einlagigen Zuschnitt mit dem Zünd G3 Cutter. © Hautle

 
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Im Atelier reiht sich Nähmaschine an Nähmaschine. 18 Mitarbeiterinnen nähen hier die Schnittteile für die Schutzbekleidung zusammen. © Hautle

 
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Ein sogenannter Flashover verwandelt einen Brand innerhalb von Sekunden in ein Inferno. Für Feuerwehrleute entscheidet in solchen Momenten nicht nur Erfahrung über Leben und Tod – sondern auch ihre persönliche Schutzausrüstung, kurz PSA. Je nach Schutzklasse eignet sie sich für die Brandbekämpfung im Aussenangriff oder eben im Innenangriff mit Flashover-Gefahr.

Im Worst-Case-Szenario muss eine Brandschutzjacke Temperaturen von 1000 Grad und mehr aushalten und entsprechend muss solche Schutzausrüstung umfangreiche Normen erfüllen und zertifiziert sein.

Ein Spezialist für Qualität ohne Kompromisse

Berufs- wie Milizfeuerwehren in der ganzen Schweiz vertrauen im Einsatz auf die massgeschneiderten Einzelanfertigungen der Gallus Hautle AG, die sich ihrem Qualitätsanspruch und Rundum-Service einen hervorragenden Namen bei Feuerwehren in der ganzen Schweiz erarbeitet hat. Das Familienunternehmen mit Sitz in Wittenbach (Schweiz) ist seit über 50 Jahren auf die Entwicklung und Herstellung von PSA spezialisiert. Ursprünglich aus der Produktion von Militärbekleidung hervorgegangen, konzentriert sich Hautle heute auf hochwertige Schutzbekleidung für Feuerwehren und andere Blaulichtorganisationen.

Wo die Schutzbekleidung hergestellt wird

In Rancate im Süden der Schweiz fertigt Hautle heute die Schutzbekleidung. Im Atelier nahe der Grenze zu Italien reiht sich Nähmaschine an Nähmaschine. 18 Mitarbeiterinnen nähen hier die Schnittteile für die Schutzbekleidung zusammen. Eine stark handwerklich geprägte Schneiderei also – aber der Eindruck täuscht. Denn hinter der handwerklichen Präzision steht ein äusserst durchdachtes vollstufiges System, in dessen Zentrum seit nunmehr zwei Jahren modernste digitale Schneidtechnologie von Zünd steht.

Der Moment, in dem Prozesse kippen

Anspruchsvolle und teure Materialien, steigende Nachfrage, und Variantenvielfalt machen den Teilezuschnitt zu einer kritischen Grösse. Der manuelle mehrlagige Zuschnitt mit Handschneidmessern wurde zum Engpass in der Schneiderei. Kritisch nicht nur mit Blick auf die Kapazität, sondern vor allem in Bezug auf Prozessstabilität und Materialeffizienz. Denn bei einem Materialkostenanteil von bis zu 50 % hat jeder unnötige Verschnitt unmittelbare Auswirkungen. Der minimale Verschnitt und die damit einhergehende hohe Materialeffizienz sind eines der zentralen Argumente für den einlagigen Zuschnitt mit dem Zünd G3 Cutter.

Der Schritt zur digitalen Prozesslogik

Die Entscheidung, mit einem Zünd Cutter G3 L-2500 den Zuschnitt zu digitalisieren, war der logische nächste Schritt in der Optimierung der Produktionsabläufe. Heute ist der Zünd G3 Cutter integraler Bestandteil eines durchgängig digitalen Workflows. Für Neuausstattungen nimmt Hautle vor Ort bei den Feuerwehren Mass: Anschliessend werden die Daten digitalisiert, sofern die entsprechenden Grössen nicht ohnehin bereits erfasst sind. Aus den Massdaten erstellt die Software anschliessend die benötigten Schnittteile.

Für das Verschachteln und Legen der Schnittteile setzt Hautle auf die Software MindCUT des portugiesischen Softwarepartners Mind. Um die Übersicht zu behalten bei der Teileentnahme, werden vor allem Teile derselben Kleidergrössen beieinander behalten. Die automatische Verschachtelung hat die Materialeffizienz nochmals gesteigert.

Präzision als Grundlage für Stabilität

Die wohl grösste Veränderung zeigt sich nicht in der reinen Geschwindigkeit, sondern in der Gesamtqualität des Prozesses. Auch vor- und nachgelagerte Schritte haben sich verändert: Papierschablonen gehören der Vergangenheit an, Markierungen, sogenannte Zwicke, werden automatisch gesetzt, Schnittteile sind digital verfügbar – etwa für Reparaturen oder Nachproduktionen. Der Zuschnitt wird damit nicht nur effizienter, sondern vor allem planbarer und stabiler.

Komplette Logistik für Feuerwehren

Vom Massnehmen über die Produktion, Lagerung, Reinigung, Reparatur – als Rundum-Service-Anbieter übernimmt Hautle die komplette Logistik für Feuerwehren und andere Blaulichtorganisationen. Und das macht sie einzigartig und ist ein wesentlicher Pfeiler des Unternehmenserfolgs. Müssen bei einem Kleidungsstück einzelne Teile ersetzt werden, können diese quasi auf Knopfdruck in der Software aufgerufen und auf dem Zünd Cutter im Nu produziert werden.

Ein System, auf das man sich verlassen kann

Heute läuft der Cutter nahezu ununterbrochen und ist zum zentralen Element im Produktionsprozess geworden. Seine Bedeutung reicht über den eigentlichen Zuschnitt hinaus: Er gibt den Takt vor, synchronisiert Abläufe und schafft die Grundlage für die gesamte nachgelagerte Fertigung. Entsprechend entscheidend sind Zuverlässigkeit und Service.

Technologie im Hintergrund – Sicherheit im Einsatz

So sehr sich die Produktionsprozesse bei Hautle verändert haben – das Ziel bleibt dasselbe: Feuerwehrleute müssen sich im Einsatz auf ihre Ausrüstung verlassen können. Diese Sicherheit entsteht nicht allein durch Material oder Verarbeitung. Sie ist das Ergebnis eines präzise abgestimmten Zusammenspiels von Handwerk, digitalen Prozessen und zuverlässiger Technologie. Zünd schafft dafür die Grundlage – damit Kunden wie die Gallus Hautle AG ihre hohen Qualitätsversprechen jederzeit erfüllen können.

Die persönliche Schutzausrüstung

Persönliche Schutzausrüstung ist in vielerlei Hinsicht anspruchsvoll. Die massgeschneiderten Einzelstücke müssen höchste Anforderungen bezüglich Brand- und Schnittschutz erfüllen. Die verwendeten Materialien, selbst der Nähfaden, sind in unterschiedliche Brandschutzklassen unterteilt und werden penibel getestet.

Eine Brandschutzjacke besteht aus bis zu 150 Einzelteilen, gefertigt in aufwändiger Präzisionsarbeit. Gleichzeitig ist jedes Stück individuell: unterschiedliche Körpermasse, spezifische Anforderungen, kleine Losgrössen. Spezialtextilien wie Nomex oder Kevlar kommen als Aussenstoffe zum Einsatz, damit die Brandschutzjacken Hitze, Flammen und mechanischen Belastungen gleichzeitig standhalten. Dazu kommen spezielle thermisch isolierende Innenfutter, Membrane als Nässesperren, Gelenkschütze, Saugsperren, Windfänge usw.

Nomex ist ein sogenanntes Meta-Aramid von DuPont und auf Hitze- und Flammschutz ausgelegt, Kevlar auf sehr hohe Festigkeit und Schlagzähigkeit. Die Verarbeitung dieser Spezialtextilien macht den Zuschnitt äusserst anspruchsvoll.