14/12/2017 – Lectra

Der moderne Kunde steht nicht mehr auf Massenware!

 Einzelstücke sollen es sein, zum Preis, als seien sie in Masse produziert. Dieser Trend zieht sich bereits durch alle Branchen.

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„Kundenindividuelle Massenproduktion ist die Zukunft, aber noch im Marktreifetest“, sagt Chris Nicolaes, Geschäftsführer des Technologie-Experten Lectra Deutschland © Lectra

 

Folgendes Szenario beschreibt diesen Trend sehr gut: "Zu sehen ist ein junger Mann, während er die personalisierten Laufschuhe auszieht und den Maßkonfektions-Anzug von der Stange an, löffelt er den Rest seines online selbst zusammengestellten Müslis. Dabei sucht er mit einer Augmented Reality-App ein neues Sofa, dass sowohl zu seinem Stil passt, als auch in die genau 2,78 Meter breite Lücke zwischen Wand und Bücherregal. ... Doch nicht alles, was personalisiert ist, ist tatsächlich auch ein Einzelstück. Das soll sich bald ändern – durch neue Fertigungstechniken.

Die Idee ist nicht neu

Bereits 1992 schrieb der US-Unternehmensberater B. Joseph Pine II: "Mass customization wird für das 21. Jahrhundert so wichtig sein, wie es die Massenproduktion für das 20. Jahrhundert war.“ Sein Buch Mass Customization: The New Frontier in Business Competition wurde ein Wirtschafts-Bestseller. Der Begriff bezeichnet das serienmäßige Anfertigen von Produkten, einzeln auf die Kundenwünsche zugeschnitten.

Der eigentliche Clou

Der Kunde zahlt trotzdem wie vom Band. Vor allem die Generation der Millennials sucht vermehrt nach Möglichkeiten, die eigenen Ideen und Bedürfnisse in Produkte einfließen zu lassen.

„Kundenindividuelle Massenproduktion ist die Zukunft, aber noch im Marktreifetest“, sagt Chris Nicolaes, Geschäftsführer des Technologie-Experten Lectra Deutschland. „Sie ist ressourcenschonend, da sie nur so viel produziert, wie der Kunde auch kauft. Möglich wird sie durch digitale automatisierte Fertigungstechniken, die Textilien präzise schneiden, Stoffe optimal ausnutzt und so zusätzlich Herstellungskosten sparen.“

Viele der bisherigen personalisierten Angebote beschränken sich auf das Äußerliche der Produkte und sind teils wenig mehr als geschicktes Marketing. Der Pullover, bedruckt mit einem Motiv nach Wahl oder die Trinkflasche mit dem eigenen Namen versehen. Das Grundprodukt bleibt unverändert, die Produktion wird lediglich um einen Schritt erweitert. Dennoch offenbart der Trend, dass die Nachfrage vorhanden und der Markt reif ist für die Maß-Produktion.