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17/05/2018 – mtex+ 2018: Tschechien

Tschechiens Textilindustrie in der Dauer-Konjunktur

Der tschechische Textilverband ATOK baut auf der bevorstehenden 7. mtex+ in Chemnitz, gemeinsam mit wichtigen Partnern Brücken nach Deutschland.

Eine echte Win-win-Situation. Denn Tschechien verfügt über eine sehr leistungsfähige Textilbranche, hat aber keine eigene Messe für Technische Textilien. Sachsens Industriemetropole Chemnitz ist indessen nur rund 40 Autominuten von der Grenze entfernt.

„Wie bereits vor zwei Jahren nutzen wir diese Gelegenheit, um für unsere Unternehmen Brücken nach Deutschland zu bauen“, erläutert Mgr. Jiri Cesal, Hauptgeschäftsführer des in Prag ansässigen Textilverbandes ATOK. In Kooperation mit Clutex, dem renommierten Cluster tschechischer Techtex-Hersteller mit Sitz im nordböhmischen Liberec, präsentiert der Verband an einem umfangreichen Gemeinschaftsstand 15 Textilproduzenten. Mehr noch. Gemeinsam mit Partnern wie dem Außenministerium in Prag, dem tschechischen Generalkonsulat in Dresden, dem Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti), der regionalen IHK und der Messe Chemnitz schafft ATOK inhaltlich und organisatorisch die Voraussetzungen für die Anbahnung und den Ausbau von Kontakten zwischen deutschen und tschechischen Textilunternehmern. Den Auftakt bildet ein Get-together am 29. Mai und damit ersten Messetag. Höhepunkt ist der bilaterale Business Brunch am 30. Mai, für den sich deutsche Firmen und Forschungsinstitute beim vti anmelden können.

Ein Gespräch mit Jiri Grund, Präsident von ATOK

textile network: Herr Grund, wie ist die ökonomische Situation der Textil- und Bekleidungsindustrie in Tschechien?

Jiri Grund: Auf den ersten Blick ausgezeichnet. Was die Umsätze betrifft, ging es in den zurückliegenden Jahren ständig bergauf. Wir haben 2013 bei Textilien 40,7 Milliarden Kronen und bei Bekleidung 6,4 Milliarden Kronen, also insgesamt 47,1 Milliarden Kronen, erwirtschaftet. 2017 waren es insgesamt 55,3 Milliarden Kronen, davon 47,7 Milliarden im Textil- und 7,5 Milliarden im Bekleidungssektor. Das entspricht einem Wachstum von 2,8 Prozent gegenüber 2016.

tn: Und dennoch haben viele Textilunternehmer in Ihrem Land Sorgenfalten auf der Stirn …

JG: Ja, es gibt so einiges, was uns nicht so ganz optimistisch stimmt. Das Hauptproblem: Tschechien erlebt einen wirtschaftlichen Aufschwung, und gute Arbeitskräfte sind mittlerweile eine Rarität. Die Unternehmen wetteifern um die Leute. Bezüglich der Verdienstmöglichkeiten für die Beschäftigten sitzt unsere Branche – ähnlich wie in Deutschland – leider nicht am längeren Hebel. Doch auch wir müssen reagieren, so dass bei uns oft der Lohn schneller steigt als die Wertschöpfung pro Arbeitskraft. Mit anderen Worten: Die Arbeitsproduktivität sinkt.

tn: Wie lassen sich diese Probleme lösen? Und was kann ATOK dazu beitragen?

JG: Wir müssen die Automatisierung in der hiesigen Produktion weiter vorantreiben und noch mehr Textilerzeugnisse mit Zusatzfunktionen entwickeln, die eine höhere Gewinnmarge ermöglichen. Außerdem gilt es, Absatzmärkte zu erschließen, in denen die Kunden bereit sind, für „Made in Europe“ mehr zu bezahlen als die Abnehmer in Europa selbst. Das sind zugleich die drei Grundpfeiler unserer mittelfristigen Verbandsstrategie. ATOK bildet die Plattform für die Mitgliedsfirmen und unterstützt sie mit konkreten Projekten. Gezielt knüpfen wir deshalb auch zu Produktions- und Forschungspartnern im Ausland Kontakte. So stehen 2018 neben der Fachmesse mtex+ in Deutschland von ATOK begleitete Aktivitäten in Israel, Afrika und den USA im Programm.

Den ausführlichen Beitrag über Tschechien von Stefan Möbus lesen Sie in der Print-Ausgabe textile network 5-6 2018 mit Erscheinungstermin 17. Mai 2018.

Die Fragen für textile network stellte Stefan Möbius