22/07/2020 – Was kommt nach den Masken? - Teil 44

Gunold GmbH (Stockstadt)

Wir wissen heute schon für morgen, dass wir Service und Kundenansprache noch stärker in den Fokus unseres Handelns rücken müssen.

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Stephan Gunold © Gunold

 

Die Corona-Krise hat auch das in 3. Generation geführte Familienunternehmen Gunold vor schwierige Herausforderungen gestellt. Marketingchef Stephan Gunold erklärt, wie der auf Stickgarne und -vliese spezialisierte Hersteller gestärkt aus dieser Situation hervorgeht.

Was kommt nach den Masken?

Viele reden jetzt von Wandel; man will mit weniger auskommen, bewusster leben und sich auf ein langsameres Schrittmaß besinnen. Die Erfahrungen der letzten Krise 2008/2009 lehren jedoch, dass die Menschen allzu schnell zu ihren alten Gewohnheiten zurückkehren. Vielleicht aber war die Finanzkrise damals nicht so weitreichend und durchgreifend wie Corona heute. Müssen wir noch lange auf einen Impfstoff dagegen warten, dann besteht vielleicht die Chance eines tiefgreifenden Wandels mit…

· weniger Asienproduktion zugunsten einer Produktion näher am Kunden;

· seltenere Rabattschlachten im Massenkonsum, dafür mehr margenorientierte, bewusste, nachhaltige Einkäufe;

· reduzierter Autoverkehr zur Rushhour zugunsten von mehr Beschäftigung im Homeoffice;

· einem abnehmenden Volumen an Geschäftsflügen, an deren Stelle Meetings über Skype, Zoom & Co. treten;

· einem Mehr an Miteinander anstatt sich gegenseitig aufzureiben.

Was hat Corona gelehrt?

Wir Textiler sind ja nicht verwöhnt, wir haben schon viele Krisen durchlitten – und bestanden. Kostenbewusst und kundenorientiert sind wir schon lange. Unser Einkauf reagierte schon in den ersten Tagen als die Pandemie in China ausbrach: Wir fuhren sofort die Bestände hoch, erhöhten Lagerkapazitäten und stellten die Produktion aller Artikel sicher. Diese Weitsicht ermöglichte es bis heute, ohne Lieferengpässe alle Kundenbestellungen schnell und in gewohnter Qualität zu erfüllen. Flexibel sind wir schon lange, aber Corona hat uns noch dynamischer gemacht. Stickereivliese für das Maskennähen zum Beispiel, waren für uns bisher kein Thema. Unsere fleißigen und flexiblen Mitarbeiter haben sich diesen neuen Herausforderungen gestellt – trotz Teamtrennungen und Kurzarbeit wegen Corona. Wir wissen heute schon für morgen, dass wir Service und Kundenansprache noch stärker in den Fokus unseres Handelns rücken müssen. Dabei setzen wir mehr denn je auf die modernen Medien und auch auf persönliche Kontakte auf Messen, Seminaren und Plattformen des persönlichen Austauschs.

Gunold GmbH

Gründungsjahr: 1927

Mitarbeiteranzahl: 90

Kerngeschäft: Stickerei für Industrie, Konsumenten, Hobby